5 Rhetoriktipps für Seminare & Workshops

 

Manchen Menschen hören wir gerne zu, bei manchen schlafen wir ein. Das war in der Schule so. Das ist auch heute noch so – ob an Vorträgen, Seminaren oder Workshops. Doch was zeichnet jemanden aus, der das Publikum mit Worten fesseln kann? Ist es sein Outfit? Ist es der Inhalt der Präsentation? Oder geht es um verkäuferisches Talent?

Im folgenden Beitrag geben wir Ihnen ein paar Vorschläge, wie Sie Ihr Publikum für sich gewinnen können. Wichtig dabei: Bleiben Sie vor allem echt und damit Sie selbst. Alles andere wirkt anbiedernd und gestellt – das merkt Ihr Publikum.

Tipp 1: Vermeiden Sie eine Folienschlacht
Wer kennt das nicht: Folie um Folie fliegt einem entgegen, grafisch desaströs aufgebaut und mit zu viel Inhalt vollgestopft. Hier gilt das Prinzip «weniger ist mehr». Reduzieren Sie den Inhalt auf den Folien auf ein paar Stichworte – schliesslich wollen Sie dem Publikum ja auch noch was sagen. Es soll sich also nicht mit zu viel Lesearbeit beschäftigen, sondern Ihnen zuhören.

Achten Sie zudem darauf, statt zu viele Worte lieber Bilder, Videos oder ansprechende Grafiken zu verwenden. Hierzu gibt es interessante Möglichkeiten, fernab von PowerPoint – z.B. mit der modernen Präsentationssoftware Prezi . Damit wird Ihre Präsentation schon mal aus grafischer Sicht sehr dynamisch, sodass Sie mit ein paar Kniffen beim Reden zusätzlich überzeugen können.

Tipp 2: Spielen Sie mit der Sprache
Wer gleichförmig spricht, versetzt sein Publikum höchstens in Trance, nicht aber in Ekstase. Darum ist es wichtig, mit der Sprache zu spielen, um einen lebendigen Vortrag halten zu können. Hierzu können Sie auf ein paar Hilfsmittel zurückgreifen wiewechselnde Tonhöhe und Lautstärke, bewusst gesetzte Sprechpausen oder emotional untermalte Sprechweise, indem Sie zu einem lustigen Thema auch mal herzhaft lachen oder bei einer ernsten Thematik entsprechende Spannung durch Betonen der eigenen Betroffenheit erzeugen.

Sprechpausen sind beispielsweise ideal, um sich die Aufmerksamkeit beim Publikum abzuholen. Oder Dinge zu dramatisieren. Oder auf den Punkt zu bringen. Denken Sie daran: Es geht nicht darum, das Publikum mit einem Redeschwall an die Wand zu schwafeln, sondern mit Worten, Gesten und Mimik zu inspirieren, zu verführen oder zu motivieren. Je nachdem, was Sie für ein Ziel an Ihrem Workshop oder Seminar verfolgen. Um möglichst eine lebhafte Rede zu halten, ist es ausserdem wichtig, dass Sie frei sprechen und höchstens ein paar Stichworte aufschreiben und nicht ganze Texte. Denn geschriebene Sprache eignet sich nicht für das gesprochene Wort.

Übertreibungen hingegen eignen sich ebenfalls als gutes Stilmittel. Dazu gehört das Strapazieren Ihrer Stimme in Tonhöhe, Klang und Lautstärke – z.B. von Flüstern über angenehmes, freundliches Sprechen bis hin zu lauten Rufen. Üben Sie das, indem Sie sich mit jemandem Vertrauten auf ein lustiges Rollenspiel einlassen, Szenen aus Filmen nachspielen oder mal zwischen Nachrichtensprecher und Radiomoderatorin wechseln.

Eine weitere, gute Lockerungsübung für Ihren Kiefer ist das Sprechen mit einem Korkzapfen im Mund. Aber machen Sie das bloss vor einem Workshop und nicht währenddessen – ausser Sie halten Rhetorikkurse.

Tipp 3: Interagieren Sie mit Ihrem Publikum
Dass Sie vor einem Seminar, Vortrag oder Workshop Lampenfieber haben, ist völlig normal. Nutzen Sie diese positive Nervosität und erzählen Sie zu Beginn eine Anekdote, die gut ankommt – z.B. wenn Ihnen etwas Interessantes oder Kurioses am Morgen passiert ist. Dadurch lockern Sie die Stimmung, überwinden Ihr Lampenfieber und fassen schnell Vertrauen beim Publikum.

Ist der erste Kontakt hergestellt, ist es wichtig, am Ball zu bleiben: Blicken Sie in die Runde, starren Sie aber niemanden an. Werfen Sie Fragen ein, sprechen Sie bestimmte Personen an, die Ihnen bereits Aufmerksamkeit geschenkt haben. Und: Lächeln Sie. Denn Anlächeln wird in der Regel erwidert. Machen Sie den Selbsttest und lächeln Sie mal Menschen auf der Strasse an. Die meisten, wenn nicht alle, werden zurücklächeln.

Würdigen Sie auch Antworten oder Fragen aus dem Publikum, indem Sie die Wortmeldung verdanken. In Workshops oder Seminaren ist es sowieso wichtig, die Erwartungen und Vorstellungen der einzelnen Teilnehmenden zu Beginn abzuklären – schliesslich wollen Sie ja Ihre Zuhörerinnen und Zuhörer beeindrucken. Das erreichen Sie besonders dann, wenn Sie bedürfnisgerecht kommunizieren.

Tipp 4: Illustrieren Sie
Neben den grafischen Mitteln, die Sie in Ihre Präsentation packen, haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren Vortrag oder Kurs mit Anschauungsmaterial zu illustrieren. Das können Gegenstände, Musikstücke, Geschichten oder eigene Zeichnungen auf dem Flipchart oder dem Projektionsinstrument sein.

Illustrieren Sie dazu auch mit Ihrer Körpersprache: Gestik und Mimik spielen bei erfolgreichen Rednerinnen und Rednern eine grosse Rolle – ob das ein Augenzwinkern ist, die Körperhaltung oder kraftvolle Betonung mit Händen und Armen. Nutzen Sie Ihren Körper und drücken Sie damit Gefühle aus, aber bleiben Sie immer noch Sie selbst. Wildes Herumhampeln ist da wenig förderlich, genauso wenig wie das angewurzelte Stehen.

Tipp 5: Sprechen Sie frei nach Schnauze
Wenn Sie eine Tagung durchführen, an der Sie moderieren oder einen Workshop durchführen, dann sprechen Sie so, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. Vermeiden Sie Bürokratensätze, Floskeln oder gestelzte Formulierungen. Sprechen Sie möglichst einfach, bildhaft und abwechslungsreich.

Dazu können Ihnen Vergleiche dienen, um z.B. Fakten besser zu veranschaulichen, indem Sie statt nur Zahlen realistische Grössen heranziehen: Wenn Sie beispielsweise davon sprechen, wie viele Essensreste täglich im Müll landen, dann sind die effektiven Gewichtsangaben nicht so plastisch. Stattdessen können Sie das in Personen ausdrücken: «Jährlich wirft jeder Durchschnittsbürger so viel Essen weg, wie er selbst schwer ist.» So stellen Sie gleich einen persönlichen Bezug zum Thema her und involvieren damit Ihr Publikum.

Organisieren Sie demnächst ein Seminar, eine Tagung oder einen Workshop? Dann schauen Sie doch mal auf der Seminar- und Tagungsseite  der Gastronomie Usblick rein.