Der Drucktechnologe

Der Beruf des Drucktechnologen hat bei Brüggli Tradition. Seit über 25 Jahren werden junge Menschen in der Brüggli-eigenen Druckerei zu kompetenten Fachpersonen rund um den Druck ausgebildet. Das Anforderungsprofil ist vielfältig: Technisches Verständnis für den Umgang mit komplexen Systemen, gute Augen und ein Flair für Farben gehören zu den wichtigsten Fähigkeiten eines jeden Drucktechnologen.

Als Johannes Gutenberg im Jahre 1440 die Weichen für den modernen Buchdruck stellte, war an die heutigen Möglichkeiten noch lange nicht zu denken. Das Gewerbe entwickelte sich über die Jahrhunderte immer weiter und hielt ständig Schritt mit dem technologischen Fortschritt. Selbst die Digitalisierung wird das traditionsreiche Gewerbe kaum in die Knie zwingen – lediglich einmal mehr verändern. Wir haben in den eigenen Reihen nachgefragt und uns mit einem Lernenden über Motivation und Zukunftsängste unterhalten.

Leon Odermatt, du hast dich dazu entschieden, bei Brüggli Medien die Ausbildung zum Drucktechnologen zu machen. Heute bist du im 2. Lehrjahr. Was ist deine Motivation?

Leon Odermatt: In der Schule mussten wir für einige Tage in einen Beruf hineinschnuppern. Mein Vater hat eine eigene Druckerei, die er vom Gründervater, meinem Grossvater, übernommen hat. Der Beruf hat bei uns in der Familie also fast schon Tradition. Deswegen war für mich klar, dass ich diesen Beruf genauer anschauen wollte. Für mich bis heute die beste Entscheidung! Vom ersten Tag – nein, von der ersten Minute an hat es mir unglaublich gut gefallen. Ich wusste sofort, wohin mich mein Weg führen sollte.

Was gefällt dir an diesem Beruf besonders gut?

Dass es mir nie langweilig wird. Dieser Beruf ist vielseitig und spannend, jeder Tag eine neue Herausforderung – im positiven Sinne versteht sich. Die grösste davon liegt im Umgang mit sensiblen Systemen und teuren Maschinen. Wenn ein Druck vorbereitet wird, muss alles stimmen. Das erfordert eine präzise Arbeitsweise und ein geschultes Auge für die Farbenqualität. Am Schluss das fertige Produkt in den Händen zu halten, ist für mich das Grösste. Einfach schön, etwas Schönes zu machen.

Das Druckgewerbe ist seit jeher im Wandel. Macht dir das Angst in Bezug auf die berufliche Zukunft?

Das Einzige, wovor ich Angst habe, ist eines Tages eine dieser grossen Maschinen kaputtzumachen. Nein im Ernst, der Wandel ist für eine Branche immer auch eine Chance. Vor allem die Druckbranche hat in der Vergangenheit bewiesen, wie anpassungs- und damit auch überlebensfähig sie ist. Mit entsprechenden Weiterbildungen sehe ich da kein Problem für meine berufliche Zukunft. Heutzutage gibt es ja ohnehin kaum mehr einen Beruf, der keine Weiterbildung erfordert. Das macht das Arbeitsleben auch spannend, denn nur der ständige Wandel bringt Fortschritt. Zudem bin ich davon überzeugt, dass Menschen auch in Zukunft gerne Bücher und Prospekte in ihren Händen halten wollen. Die haptische Wahrnehmung wird meiner Meinung nach unterschätzt.

Was gibt es denn für berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten nach der abgeschlossenen Lehre?

Mehr als man denken würde. Nebst diversen Kursen der Fachverbände können Drucktechnologen die Berufsprüfung mit eidgenössischem Fachausweis absolvieren. Dieser Qualifikationsnachweis gehört zu den höheren, weiterführenden Berufsausbildungen. Man kann aber auch die höhere Fachprüfung Publikationsmanager/in mit eidgenössischem Diplom machen oder mit einer Berufsmatur das Fachhochschulstudium Bachelor of Science (FH) in Medieningenieurwesen. Es steht also alles offen. Mein Ziel ist es, nach der bestandenen Lehre eine Weiterbildung zu machen und mir so langfristig eine Zukunft in dieser Branche zu sichern.

Mehr Infos über den Beruf Drucktechnologin/-technologe: http://berufe.brueggli.ch/druck/ 

Leon Odermatt lernt Drucktechnologe EFZ.